Krankenwagenfahrer

Berichte meiner Arbeit
 
 

Nachtdienst - RTW

Wir starten um 19:00 mit einem sogenannten "NF".

Eine Dame, etwa 40 Jahre, Bewohnerin einer Wohnanlage für Behinderte leidet seit einem halben Jahr an einer Lungenentzündung. Jetzt hat sie so dolle Husten dass sie ins Krankenhaus muss weil sie nichts mehr trinken kann. Da wir die Liege schon dabei hatten durfte sie sich hinlegen. Wir wurden mit viel Begeisterung in der Notfallaufnahme empfangen...

Gleich danach um 19:55 geht es weiter mit dem nächsten "NF". Interessanterweise kennt unser Navi die Adresse schon bei der Eingabe. Also war schon mal jemand da in der letzten Zeit. Mal im DME in den alten Meldungen geblättert und siehe da: in der Nacht hat es dort gebrannt und unser Wagen war da. Als wir beim Haus (steht in sozial „netter“ Gegend) ankommen halten auch gerade 2 Streifenwagen vor der Tür. Nach kurzer Rückfrage warum die nun auch zu Schwangeren kommen stellte sich heraus dass die wohl wegen dem Freund der Dame und dem Feuer da waren. Da hat wohl jemand in der Garage gezündelt… Also, zur Schwangeren. Sie ist in der 11. Schwangerschaftswoche, leidet an Morgenübelkeit, war deswegen jetzt auf dem Klo, späte Morgenübelkeit, und hat jetzt dolle Magenkrämpfe. Zur Abklärung wollte sie nun unbedingt mal ins Krankenhaus. Aha, da ist der blaue Stuhl und los geht´s. Wie vermutet waren die Vitalwerte ohne auffälligen Befund.

NF, 22:00 Uhr

In einem Pflegeheim am Rand des Landkreises ist eine Dame gestürzt, hat dabei eine Türkante mit dem Kopf erwischt und hat nun eine ordentliche Kopfplatzwunde. Sie nimmt blutverdünnende Medikamente und bei unseren Untersuchungen fängt es gleich wieder an zu bluten. Kopfverband, liegend zum Nähen und Röntgen ins Krankenhaus.

NF, 23:50 Uhr

Ein junger Mann hat schon geschlafen, ist dann aufgewacht und hat Angstzustände bekommen (kennt er schon) und hat dann angefangen zu hyperventilieren. Nu ist es schon besser, aber zur Abklärung möchte er gerne mal ins Krankenhaus. Blauer Stuhl, wir kommen!

NF, 2:40 Uhr

Am Tage ist eine Dame mit einem elektrischen Rollstuhl mit genau diesem in der Wohnung gegen eine Wand gefahren und hat dabei ihren Fuß gequetscht. Jetzt hat sie Schmerzen. Es wurde der Bereitschaftsarzt angerufen. Dieser diagnostizierte eine Fußprellung. Da diese Fußprellung lebensbedrohlich war rief er sofort einen Rettungswagen um den Fuß röntgen zu lassen. Somit durfte sich die Dame aus dem Bett quälen (hatte ein wenig Übergewicht), sich auf unseren kleinen Tragestuhl setzen, im Schlafanzug (das reicht sagt sie) per Fahrstuhl ins Erdgeschoß, dort umständlich auf die Liege rauf, rein in den Rettungswagen, ab ins Krankenhaus. Dort runter von unsere Liege quälen und rauf auf die Krankenhausliege. Der Ehemann fuhr mit dem eigenen Wagen hinterher. Hat vorher den schweren elektrischen Rollstuhl umständlich ins Auto geladen für den Rückweg. Ach ja, nach dem Röntgen ist der Fuß ja wieder heile und man kann im eigenen Wagen sitzen. Vor dem Röntgen bringt das wohl Unglück…

Wäre es mein Fuß hätte ich es wohl so gemacht:

Ich stoße mir den Fuß. Nachts tut er mir weh. Ich kann auf ihm stehen und gehen, er steht weder in einem ungewöhnlichen Winkel ab, noch ist er großartig geschwollen oder blau verfärbt. „Wird wohl nicht gleich abfallen“ denke ich dann wohl. Ich nehme also Schmerzmittel, kühle den Fuß und schlafe bis morgen früh. Dann ziehe ich mich an, rutsche vom Bett (wie jeden Morgen) aus in meinen bequemen Rollstuhl, und fahre mit dem Fahrstuhl nach unten. 6 Häuser neben meinem Haus hat ja ein Chirurg seine Praxis. Da fahre ich mit meinem elektrischen Rollstuhl hin und lassen den Doc mal meinen Fuß untersuchen und röntgen. Danach fahre ich wieder nach Hause. Fertig.

Aber Rettungwagen-fahren ist ja auch toll!

Danke für diese sinnbefreiten Fahrten…

2.5.15 07:22

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