Krankenwagenfahrer

Berichte meiner Arbeit
 
 

Archiv

Nachtdienst NEF

noch 2...

Es ging gleich um 18:58 Uhr los (Dienstbeginn ist immer 7 Uhr und 19 Uhr) zu einem Herzinfarkt in einer Hausarztpraxis. Mal wieder am Rande unseres Einsatzgebietes in 40 km Entfernung... Nach elendiger Anfahrt wartet der RTW noch immer vor der Tür und es wird gerade noch ein 12-Kanal-EKG geschrieben. Dort war kein Infarkt zu sehen (auch nicht im EKG vom Hausarzt), beschwerden hat der Patient eigentlich auch nicht. Seit ein paar Tagen hat er bei Anstrengung ein wenig Luftnot und Kribbeln im Thorax... Aha, danke Herr Hausarzt. Wir sind dann mal wieder zurück gefahren. Was soll das? Das ist doch kein akuter Herzinfarkt!

Zeitgleich wurde ein Polytrauma nach Pferdesturz vom Nachbarlandkreis-NEF in unserem Gebiet versorgt.

 

NFNA gegen 22 Uhr. Gemeldet war eine sog. NAP (nicht ansprechbare Person). Wieder die Frage: Wie kann jemand/etwas nicht ansprechbar sein? Hallo Coladose. Wie geht es Dir? Coladose -> ansprechbar.

Zum Einstz: Wir treffen zeitgleich mit dem RTW ein. Ein Herr, etwa 60 Jahre alt, klagt seit dem Vortag über Sehstörungen. Damit war er morgens beim Hausarzt -> ab zum Augenarzt. Der sagt, das liegt nicht an den Augen sondern am hohen Blutdruck. Bitte ins Krankenhaus gehen. Dort angekommen wird der hohe Blutdruck behandelt und er wurde an diesem Abend gegen 21 Uhr mit normalen Blutdruckwerten entlassen. Nach der Stunde zuhause fiel der Herr plötzlich um und war kurze Zeit bewußtlos. Seit dem ist seine komplette linke Körperhälfte gelähmt und seine Sprache ist total verwaschen. Mist. Fetter Schlaganfall. Dringender Transport ins Krankenhaus. Gute Besserung!

 

NFNA gegen 1:05 Uhr

Wir fahren einem RTW entgegen der uns mit einer Dame mit Luftnot entgegen kommt. Treffen nach etwa 14 Kilometern. Der Doc steigt in den RTW um. Die Dame hat ein hypertensives Lungenödem (Wasser in der Lunge) welches während der Weiterfahrt schonmal anbehandelt wird.

 

NFNA gegen 3:45 Uhr

Wieder eine gemeldete COPD, gemeldet vom Sohn der selber nicht vor Ort ist. Auf der Anfahrt dann erneuter Anruf vom Sohn. Er wäre nun bei den Eltern und der 75-jährige Vater würde nicht mehr atmen.

Der RTW war bereits vor Ort und hatte mit der Reanimation begonnen. Da lag der Patient aber bereits schon etwa 10 Minuten ohne dass jemand mit Herzdruckmassage begonnen hatte. Pupillen waren die ganze Zeit lichtstarr und weit. Keinerlei Reaktion vom Körper auf die Wiederbelebung, Medikamentengabe und Beatmung. Wir reanimierten für weitere 20 Minuten und brachen dann erfolglos ab.

 Mal keine ruhige Nacht.

8.1.15 19:09, kommentieren